Nach der Krise: Aufblühen statt nur aufstehen

von | Mrz 26, 2019

Runde um Runde im Krisenkarussell

Kennen Sie das „Krisenkarussell“? Die Erfahrung, immer wieder in ähnlichen Krisen zu landen – in der Beziehung, am Arbeitsplatz oder auch gesundheitlich? Und das, obwohl Sie danach immer wieder aufstehen und es von neuem versuchen?

Ich kenne das Krisenkarussell gut! In meinen Jobs als Angestellter war ich sehr erfolgreich, aber auch gestresst bis zur akuten Erschöpfung. Daran änderte auch ein „neuer“ Job nichts, denn der war jeweils ähnlich wie mein alter, mit viel Druck und wenig innerer Erfüllung. Auch privat hatte ich wirklich tolle Beziehungen, aber irgendwann kam immer die Krise und führte zur Trennung. Daran änderte auch eine „neue“ Beziehung nichts, denn ich stolperte immer wieder über dieselben Probleme.

Dabei bin ich doch nach jeder Krise wieder aufgestanden, habe es immer wieder versucht! Wie das berühmte Stehaufmännchen, nach dem Motto: Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen. Nicht heulen – weitermachen! Ich war sogar stolz darauf und hatte das Gefühl unverwüstlich zu sein. Nur geholfen hat es mir nicht. Ich habe mich im Kreis gedreht, blieb auf der Stelle stehen, fiel immer wieder hin.

Aufblühen statt nur aufstehen!

Mit Ende 30 hat es bei mir *Klick* gemacht, nachdem mir zum x-ten Mal die Beziehung und der Job um die Ohren geflogen waren – diesmal sogar gleichzeitig! Erst da begriff ich: Das geht ewig so weiter, wenn ich so weitermache wie bisher. Ich musste etwas ändern – und zwar mich! Denn das war kein Zufall oder Pech, das waren nicht die falschen Frauen oder der falsche Chef – das hatte etwas mit MIR zu tun: ICH war das Problem! Keine schöne Erkenntnis, aber: Wenn ICH das Problem bin, kann ICH auch die Lösung sein! Zum ersten Mal fragte ich mich ernsthaft: „Wie kann ich MICH verändern, um aus diesem Krisenkarussell auszusteigen?“

Um es an dieser Stelle abzukürzen: Ich habe mich verändert, habe Verantwortung für mein Leben übernommen und es damit zum Guten gewendet. Ich bin förmlich aufgeblüht, zunächst als Führungskraft und Familienvater und nun als Selbständiger. Heute bin ich dankbar für diese Krise. Sie war „not-wendig“ in meinem Leben und hat mich gezwungen zu wachsen – über mich selbst hinaus.

Menschen, die an Krisen wachsen, sind keine „Stehaufmännchen“. Sie sind kein statisches Spielzeug, sondern lebendige Wesen, die sich verändern und nach Krisen manchmal sogar aufblühen. Sie stehen nach der Krise auch nicht einfach auf und gehen weiter, sondern sie stehen auf und schlagen eine neue Richtung ein: etwas Neues „ent-steht“. Wer also aus dem Krisenkarussell aussteigen möchte, der sollte sich lieber nicht als Stehaufmännchen betrachten, denn Bilder erzeugen Wirkung! Wenn wir uns schon als „-männchen“ vorstellen wollen, dann doch besser als ein „Blühaufmännchen“!

Das innere Bild vom Blühaufmännchen® schärft den Blick für die Chancen, die in vielen Krisen verborgen sind. Der Fokus liegt dabei auf dem Wachstum nach der Krise – statt auf der Wiederherstellung des Ursprungszustandes. Und ja, es gibt natürlich Schicksalsschläge im Leben – auch da spreche ich aus Erfahrung – bei denen man schon froh ist, wenn man sie irgendwie „über-steht“. Aber das wahre Potenzial liegt im persönlichen Wachstum nach der Krise. Und das bedeutet harte Arbeit – aber es lohnt sich!

Was können Sie also konkret tun, um aus dem Krisenkarussell auszusteigen und an Krisen zu wachsen? Hier zu Inspiration eine Übersicht in drei Schritten:

Nach der Krise aufblühen: Drei konkrete Schritte

  1. Krisen akzeptieren

Machen Sie sich die Krise bewusst, anstatt sie aus Scham zu verdrängen oder schönzureden! Akzeptieren Sie, dass es so wie bisher nicht weitergeht, anstatt darauf zu hoffen, dass es schon irgendwie wieder werden wird. Fragen Sie sich: „Wovon muss ich im Leben gerade Abschied nehmen?“ Und dann: Trauern Sie! Lassen Sie den Schmerz zu. Lassen Sie Altes los, damit Neues entstehen kann.

  1. Chancen suchen

Nachdem Sie die Krise akzeptiert und gewürdigt haben, fällt es Ihnen leichter, die Chancen darin zu entdecken. Blicken Sie auf die Krise zurück, um daraus zu lernen, ohne Reue. Finden Sie Ansatzpunkte, wie Sie Ihr Leben zum Besseren wenden können. Stellen Sie sich dazu folgende Fragen: „Was kann ich aus dieser Krise lernen, auch und gerade über mich?“, „Bin ich Teil des Problems?“, (Das wäre gut, denn dann sind Sie kein Opfer, sondern können etwas ändern!), „Was kann und muss ich ändern, damit sich die Krise nicht wiederholt?“

  1. Veränderung wagen

Wenn Sie (hoffentlich) etwas gefunden haben, das Sie zum Guten verändern können, dann wagen Sie diese Veränderung! Machen Sie nicht einfach so weiter wie bisher, sondern gehen Sie mutig neue Wege. Wenn nicht jetzt, wann dann? Krisen sind der beste Zeitpunkt für Veränderungen, weil Sie ihre Komfortzone ja ohnehin schon verlassen mussten. Jetzt nur nicht zurück ins bekannte Unbehagen, sondern mal das Unbekannte wagen! Veränderungen brauchen Zeit und Kraft und sind oft mit (Wachstums-)Schmerzen verbunden. Daher gehen Sie Schritt für Schritt in Ihrem Tempo, aber bleiben Sie nicht stehen!

Nutzen Sie Ihre Chance und blühen Sie auf!